Mnemosyne: Momente von Realität und Wirklichkeit
Datum/Zeit
10.08.2025 - 15.12.2025
Fotografische Arbeiten von Isabella Berr auf Kränholm in Knoops Park und am Vegesacker Geschichtenhaus
kuratiert und inszeniert von Inga Harenborg
Dauer: bis November 2025 / in Knoops Park und im Vegesacker Geschichtenhaus bis zum 15. Dezember
In der schillernden Welt der Kunst, in der Farben, Formen und Emotionen verschmelzen, gibt es Künstlerinnen und Künstler, die diese Magie in all ihrer Pracht erlebbar machen. Isabella Berr ist eine dieser Persönlichkeiten. Sie rückt ab von der Fotografie als einer technischen Reproduktion der Realität und lässt in ihren Bildwelten die Grenzen zwischen Fotografie und Malerei auf faszinierende Weise verschwimmen. Ihre Werke eröffnen sich den Betrachter:innen oftmals erst auf den zweiten Blick und erscheinen geheimnisvoll abwesend, sich der Welt entziehend. Als reine Fotografie ausgeführt, erwecken sie den Anschein einer sanften Malerei des Moments. Dabei sind ihre Fotografien nicht Abbilder der Realität, auch keine Kunstwerke der Bildbearbeitung. Es sind Aufnahmen, die nicht als Beweis dafür dienen, was sich in einem bestimmten Moment tatsächlich ereignet hat. Vielmehr wirken sie wie mögliche Bilder von möglichen Ereignissen. Sie sind künstlerische Interpretationen von Isabella Berr‘s Wahrnehmung von Realität und Wirklichkeit.
AUSSTELLEN ALS INSZENATORISCHE PRAXIS
Normalerweise gibt es in einem Park Bäume, Sträucher, Ruhebänke und Fußwege. Fotografien erwartet man nicht. Dem kuratorischen Konzept folgend, hat sich die Künstlerin für unser Projekt auf ein Experiment eingelassen. Parallel zur ihrer im Kränholm Kunstcafe/ Galerie laufenden Werkschau inszeniert Inga Harenborg sechs Arbeiten von Isabella Berr erstmals allen Umwelteinflüssen ausgesetzt, im öffentlichen Raum.
Auf großformatigen Acrylplatten belichtete Fotografien werden direkt in die Landschaft von Knoops Park eingebracht bzw. am Außentreppenhaus des Vegesacker Geschichtenhauses installiert. Um neue Bildebenen zu erschließen verwendet Inga Harenborg transparente Bildträger. Unter Verwendung von transparenten Bildträger und der sensiblen Entnahme von Bildinformation erschließt sie den Fotografien neue Bildebenen. Luzide Bildräume entstehen. Partiell ergeben sich Öffnungen und direkte Durchblicke im Bild. Im räumlichen, situativen, kulturellen und ikonographischen Kontext des Landschaftsparks wie auch des gläsernen Außentreppenhauses kommt es nun zu einer Doppelung von Raumwirkungen und Raumwirklichkeiten.
Die zuvor an einem öffentlichen Ort fotografierten Bilder befinden sich nun selbst in einem weiteren öffentlichen Raum, der teils unvorhersehbaren Einfluss auf das Bildgeschehen nimmt. Bewegungen von Gräsern, Sträuchern Bäumen und Wässrigem, Passant*innen und Betrachter*innen und sogar der Fahrstuhl im Treppenhaus wirken hier direkt in den fotographischen Bildraum ein und werden zu einem aktiven Teil des Bildes. Als freistehende Objekte, die an eigens für sie ausgewählten Standorten in den Park eingebracht werden, lösen sich die Fotografien dabei aus ihrer Entmaterialisierung und entfalten nun eine ganz neue Wirkung. Sie ergänzen, geben neue Impulse oder stehen dem jeweiligen Setting gar kontrovers gegenüber. Im Dreieck zwischen Bild, Betrachter*innen und dem neuen Milieu des Parks, bzw. des Außentreppenhauses am Vegesacker Geschichtenhaus eröffnen sie unerwartete Perspektiven und Assoziationsräume an den Schnittstellen von Erinnerung, Realität und Wirklichkeit. Wir haben so die Freiheit, uns dem normalen Wahrnehmungsfluss zu entziehen, in vielschichtig miteinander verschmelzende Bild- Raumebenen einzutauchen, die Narrative öffentlicher Räume zu befragen und über eine den Arbeiten innewohnende Erzählung nachzudenken.
Welche Macht ein Tagtraum dabei entfalten kann und ob die Zeit für einige Augenblicke stillzustehen vermag, hängt von der Bereitschaft der Betrachter:innen zu einer veränderten Wirklichkeitswahrnehmung ab.
Die Ausstellung ist Teil des Nordbremer Kunstprojekts MNEMOSYNE. Erinnerung. Wirklichkeit. Geschichte(n) (2025/2026) und richtet den Blick auf das individuelle Vorgehen und die gesellschaftliche Dimension des Wahrnehmens, Vergessens und Erinnerns. Erinnern und Vergessen gehören fest zu den physiologischen Abläufen unserer Wahrnehmung. Sie sind Bestandteil des individuellen und des kollektiven Gedächtnisses. Sie beeinflussen unser Sein, und formen unsere Identität.
Als Ausstellungsbesucher können wir zu Erinnernden werden.
Wann: bis November 2025 / in Knoops Park und im Vegesacker Geschichtenhaus bis zum 15. Dezember
Wo: Stiftung Kränholm, Knoops Park & Vegesacker Geschichtenhaus
Ausstellungseröffnung
Wann: Sonntag, 10. August um 16:30 Uhr
Wo: auf Kränholm
Mit der Künstlerin Isabella Berr, Einführende Worte von Pro. Peter Sinapius & Inga Harenborg
Führungen & Spaziergänge:
Sonntag, 17. August & Donnerstag, 21. August
Sonntag, 07. September & Donnerstag, 18. September
Sonntag, 26. Oktober
Sonntag, 02. November
Start: 16:30 Uhr
Treffpunkt: im Kränholm Kunstcafe
Gebühr: 5€ pro Person und Veranstaltung
Anmeldung: harenborg@kraenholm.de

Zum Nordbremer Kunstprojekts MNEMOSYNE. Erinnerung. Wirklichkeit. Geschichte(n) (2025/2026) gehört außerdem RIVKA – Eine Filmprojektion von Marbel 4711 am Denkort Bunker Valentin.
Träger: Stiftung Haus Kränholm & Förderverein Knoops Park
Das Projekt wurde ermöglicht u.a. durch die freundliche Unterstützung von FuNK (Freizeit- & Naherholungskonzept) Bremen-Nord, WFB Wirtschaftsförderung Bremen GmbH, sowie der Karin und Uwe Hollweg Stiftung, das Ortsamt/Beirat Burg-Lesum, Ortsamt/Beirat Vegesack und Procedes Chenel Beilken Digital Printing Werbeges.mbH.

